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Affordable Art Fair
Interviews - 04 October 2019

Interview mit Pien Rademakers von der Rademakers Gallery

Pien and Joana Schneider at Rademakers GalleryIsabel Deimel, Messemanagerin der Affordable Art Fair Hamburg, stellt uns die Rademakers Gallery vor, die auf der kommenden Messe (14. bis 17. November, Hamburg Messe) ausstellen wird. Die in Amsterdam ansässige Galerie wurde 1994 von ihrer Kunst begeisterten Besitzerin, Pien Rademakers, gegründet, die sowohl aufstrebende als auch etablierte niederländische Künstlerinnen und Künstler vertritt.

Isabel Deimel: Pien Rademakers ist seit 25 Jahren im Kunstmarkt tätig und vertritt mit ihrer Rademakers Gallery eine sorgfältig ausgewählte Gruppe internationaler und lokaler Künstler und Künstlerinnen. Pien Rademakers ist definitiv eine der leidenschaftlichsten Galeristinnen, die ich je getroffen habe, und es war eine Freude, mit ihr über ihr Programm zu sprechen, das zunehmend weiblich dominiert ist, und über ihre Leidenschaft, etwas auf dem von Männern dominierten Kunstmarkt zu bewegen.

TREFFEN SIE DIE GALERISTIN: PIEN RADEMAKERS

Übersetzung von Ifee Tack.

 

Pien at Rademakers Gallery during Only Women exhibition June-July 2019ID: Du führst seit vielen Jahren eine erfolgreiche Galerie, welche die vielen Veränderungen in der Kunst und auf dem Kunstmarkt Stand und mit ihnen Schritt hält. Kannst du uns sagen, was dein Geheimnis ist?

Pien Rademakers: Seit ich in der Kunstbranche arbeite, war es mein Ziel, niemals Kompromisse einzugehen. Ich stehe voll und ganz hinter jedem Künstler und jeder Künstlerin, die ich vertrete, und liebe, was sie schaffen. Natürlich muss ich auf den Kunstmarkt reagieren und darauf was meine Kundschaft bevorzugt, aber ich versuche immer, einen Weg zu finden, das Beste meines Programms zu zeigen. Eine Balance zwischen aufstrebenden Talenten und etablierten Namen hat mir geholfen, auch auf den Kunstmarkt reagieren zu können. Wenn man eine Galerie für zeitgenössische Kunst betreibt, ist die Kundschaft in jeder Stadt und auf jeder Messe unterschiedlich, also muss ich darauf reagieren, um erfolgreich zu sein. Vertrauen ist die Grundlage, auf der ich meine Galerie führe, es verbindet alles, was ich tue und resultiert in einer gut geführten Galerie. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil ist die Organisation. Ich bereite mich lange im Voraus auf alle zwölf Messen vor, auf denen ich jedes Jahr ausstelle, und ich bin mir nicht zu schade auch bei Auf- und Abbau mit anzupacken.

 

ID: Du hast dich dafür entschieden nur Künstlerinnen zur diesjährigen Affordable Art Fair mitzubringen. Kannst du mir mehr darüber und über diese Künstlerinnen erzählen?

PR: In letzter Zeit war mir besonders wichtig meinen Fokus darauf zu lenken, Künstlerinnen mehr Aufmerksamkeit zu geben. Grobe handgefertigte Materialien, wie z.B. Keramik sind im Moment sehr gefragt, weil sie aus natürlichen Materialien hergestellt werden. Bestimmten Materialien werden bestimmte Bedeutungen gegeben und Keramikarbeiten zum Beispiel sind seit langem mit etwas sehr elementaren Weiblichem verbunden. Meine Künstlerinnen arbeiten im Einklang mit der Natur und arbeiten mit einem großen Bewusstsein für diese Assoziationen. Das Ergebnis sind weiche, empfindliche Einzelstücke, die ich sehr schätze.

Florentijn de Boer zum Beispiel arbeitet nur mit umweltfreundlichen Materialien und malt ausschließlich mit ihren Händen, deren Fingerabdrücke man in ihren riesigen Gemälden erkennen kann. Dies verleiht den Kunstwerken eine sensible und einzigartige persönliche Note. Collete Vermeulen hat sich auf Collagen spezialisiert. Die Serie, die ich mit zur Messe bringen werde, ist inspiriert von einem Aufenthalt in der Wüste von Arizona und einem Künstleraufenthalt an der Frank Lloyd Wright School of Architecture. Colette war beeindruckt von der weiten Landschaft, dem unendlichen Horizont und den intensiven Sonnenuntergängen und Mondaufgängen. Sophie Steengracht fängt die Schönheit des Meeres in ihren Unterwasserarbeiten ein, deren Ökologie durch extremen Missbrauch des Menschen beschädigt wurde. Ich freue mich sehr, all diese Künstlerinnen zum ersten Mal in Hamburg zu zeigen.

 

Florentijn de Boer How happy is the little stone 2019 Oilbar on canvas 180 by 160 cm    Colette Vermeulen Lilac Moon 2019 Paper collage 14 by 18 cm

 

Sophie Steengracht Oscillate 2019 Acryl on fabriano paper 100 by 71 cmID: "Frauen in der Kunst" ist im Moment ein viel diskutiertes Thema, warum ist es so wichtig, darüber zu sprechen?

PR: Der Kunstmarkt ist männlich dominiert, fast 90% der erfolgreichen Kunstschaffenden sind Männer! Vor dreißig Jahren als ich Kunstgeschichte studierte, habe ich größtenteils nur von männlichen Künstlern erfahren. Das ist frustrierend und ich möchte daran etwas verändern. Es ist traurig zu hören, dass 80% der Kunststudentinnen nie so erfolgreich sein werden wie ihre männlichen Kollegen. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, aber ich will nicht, dass dies aufhört. Ich arbeite daran, weil ich daran glaube, und ich hoffe, dass es eines Tages mehr Gleichberechtigung geben wird. Qualität ist das, was zählt, nicht das Geschlecht. Eine positive Sache, die ich dazu sagen kann, ist, dass 65% meiner Kundschaft Frauen sind, die in Kunst investieren wollen. Das stimmt mich optimistisch und gibt mir die Gewissheit, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

 

ID: Warum glaubst du haben Männer mehr Anerkennung und/oder Erfolg in der Kunst erhalten?

PR: Meiner Meinung nach hat das etwas mit Selbstvertrauen zu tun. Männliche Künstler mögen selbstsicherer sein, deshalb haben sie mehr Vertrauen in ihre eigene Arbeit und keine Angst davor, Risiken einzugehen. Dieses Vertrauen in sich selbst und ihre Kunst hilft ihnen, schwierige Zeiten zu überstehen und nicht aufzugeben.

 

Rademakers Gallery during Solo Barbara Nanning 1 Sept-Nov 2019    Rademakers Gallery during Summer Jam exhibition 3 July-Aug 2019

 

ID: Welche Erfahrungen hast du als Galeristin mit dem Kunstmarkt gemacht? Findest du, dass du dich besonders behaupten musst?

PR: Auf dem aktuellen Kunstmarkt, in Zusammenarbeit mit Entscheidungsträgern im Museum, muss man mit vielen Männern ins Geschäft kommen. Ich finde, dass ich begeistert bleiben, aber auch stark bleiben muss, um zu überleben. Natürlich musste ich auch doppelt so hart arbeiten, weil ich auch zwei Kinder allein großgezogen habe. Galeristin zu sein ist wie eine Unternehmerin zu sein. Ich muss viele Risiken eingehen und physisch arbeiten, also ist es eine intensive Work-Life-Balance und sicherlich kein luxuriöser Lifestyle, wie es manchmal von außen aussehen mag. Das Installieren von Ausstellungen, aber auch Messen, ist eine körperliche Arbeit und ich habe große Kunstwerke immer selbst angebracht. Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, ruhig und konzentriert zu bleiben, um große Dinge zu erreichen. Ich möchte andere Galeristinnen befähigen, dasselbe zu erreichen, und sie zum Nachdenken bringen: "Wenn sie es kann, dann kann ich es auch!"

 

Barbara Nanning La Tendresse 2019 Blown handshaped Glass 13 by 19 by 18 cm

 

ID: Was rätst du den Künstlerinnen da draußen?

PR: Sei anders als die anderen. Tue nicht nur, was der Rest tut. Traue dich neue Dinge, gehe Risiken ein. Hab keine Angst, arbeite immer weiter, mache keine Zugeständnisse. Ich habe dieses Unternehmen vor 25 Jahren nur aus Liebe zur Kunst gegründet. Neben dem Erlernen der finanziellen Seite der Unternehmensführung habe ich diese Leidenschaft für Kreativität nie verloren, die, wie ich weiß, am wichtigsten ist.

 

Herzlichen Dank an Pien Rademakers und Isabel Deimel für dieses inspirierende und emotionale Interview! Wir hoffen, dass es Ihnen nicht nur geholfen hat, die Künstlerinnen kennenzulernen, die Pien Rademakers auf die Hamburger Messe (14 – 17 November, Hamburg Messe) mitbringen wird, sondern auch mehr über die Leidenschaft und Begeisterung unserer Galerien für die von ihnen unterstützten Künstlerinnen zu erfahren. Wenn Sie es kaum erwarten können, diese starken Kunstpositionen zu entdecken, vergessen Sie nicht, sich im Voraus ein Ticket zu kaufen.

 

 

 

Main Image:
CeĢcile Bichon, Cache-pot ascensionnel floral celadon, 2019, ceramic, 20 x 15 cm, Rademakers Gallery.

Featured art from first to last:
Pien and Joana Schneider at Rademakers Gallery.
Pien at Rademakers Gallery during the Only Women exhibition, June – July 2019.
Florentijn de Boer, How happy is the little stone, 2019, Oilbar on canvas, 180 x 160 cm, Rademakers Gallery.
Colette Vermeulen, Lilac Moon, 2019, Paper collage, 14 x 18 cm, Rademakers Gallery.
Sophie Steengracht, Oscillate, 2019, Acryl on fabriano paper, 100 x 71 cm, Rademakers Gallery.
Rademakers Gallery during the Solo Barbara Nanning exhibition, Sept – Nov 2019.
Rademakers Gallery during the Summer Jam exhibition, July – Aug 2019.
Barbara Nanning, La Tendresse, 2019, Blown handshaped Glass, 13 x 19 x 18 cm, Rademakers Gallery.

 

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